Barrierefreiheit im Web: So gestaltest du eine inklusive Website

von | 19.02.2024

|   Lesezeit: 6 Minuten

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Barrierefreiheit im Web: So gestaltest du eine inklusive Website

Stell dir eine Welt vor, in der das Internet ein offenes Tor für jeden ist. Das ist die Essenz des barrierefreien Designs! Es ermöglicht es Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen, ungehindert im Web zu surfen – eine fantastische Vorstellung, nicht wahr? Aber was bedeutet es genau, eine Webseite barrierefrei zu gestalten? Komm, wir werfen gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen und entdecken, wie eine zugängliche Website gestaltet sein sollte. Dabei geht es uns nicht nur um die Einhaltung technischer Richtlinien für Webzugänglichkeit; wir sprechen auch darüber, wie essenziell es ist, kontinuierlich an der Verbesserung der Zugänglichkeit zu arbeiten. Unser Ziel ist es, eine digitale Welt zu erschaffen, in der niemand ausgeschlossen wird!

Grundlagen des barrierefreien Webdesigns

Stell dir vor, du möchtest einen neuen Blog entdecken oder im Online-Shop stöbern, aber die Seite ist voller Fehler, der Text unleserlich und die Navigation ein echtes Labyrinth. Für viele Menschen mit Beeinträchtigungen ist dies leider eine alltägliche Erfahrung im Netz. Eine barrierefreie Website zu gestalten, bedeutet, digitale Inhalte so bereitzustellen, dass jeder darauf zugreifen kann, unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Die Grundlage dafür bilden die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines), die Richtlinien für barrierefreien Webinhalt. Diese Richtlinien stützen sich auf vier Säulen: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit. Wahrnehmbarkeit bedeutet, Informationen so aufzubereiten, dass sie über verschiedene Kanäle zugänglich sind, sei es visuell oder auditiv mit Hilfsmitteln.

Bedienbarkeit stellt sicher, dass alle Funktionen der Webseite auch ohne Maus nutzbar sind – ein wichtiger Aspekt. Verständlichkeit sorgt dafür, dass Inhalte klar und einfach vermittelt werden, während Robustheit die Kompatibilität mit neuesten Technologien garantiert. Denk an lesefreundliche Farbkontraste, gut lesbare Schriftgrößen und genügend Abstand zwischen Buchstaben – kleine Details, die einen großen Unterschied machen. Doch es geht um mehr: um ein Verständnis für alle Nutzer und ihre Bedürfnisse. Stell dir vor, du navigierst eine Webseite nur mit einem Screenreader oder versuchst, mit nur einer Hand im Netz zu surfen. Barrierefreies Design verändert die Spielregeln.

Methoden zur Verbesserung der Zugänglichkeit

Barrierefreiheit mag zunächst wie ein großes Unterfangen erscheinen, aber es gibt viele Tipps und Tricks, die es uns erleichtern. Beginne mit einer klaren Struktur durch korrekt hierarchische Überschriften, die Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die Navigation mit Screenreadern erleichtert. Denke auch an den Alt-Text bei Bildern, der beschreibt, was zu sehen ist. Achte darauf, dass Buttons und Links genügend Raum haben, sodass auch Nutzer*innen mit motorischen Einschränkungen sie leicht bedienen können.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie jemand nur mit der Tastatur durch eine Dropdown-Liste navigieren kann? Eine barrierefreie Website sorgt dafür, dass sie auf allen Geräten einwandfrei funktioniert und leicht zu bedienen ist. Hast du bemerkt, wie störend es ist, auf dem Handy ständig heranzoomen zu müssen, um Texte zu lesen? Genau das möchte eine barrierefreie Website vermeiden.

Für Gehörlose sollten Audioinhalte immer Textalternativen haben, wie Untertitel oder Transkripte. Erhöhe die Fehlertoleranz bei der Nutzung, zum Beispiel in Formularen mit klaren Anweisungen und Hilfestellungen bei Fehlern. Solche Maßnahmen erleichtern das Surfen im Netz für alle.

Tipps für die Gestaltung einer barrierefreien Webseite

Eine Webseite zu erstellen, die jeder problemlos nutzen kann, beginnt mit Empathie und einem Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer. Klare und einfache Sprache ist dabei essenziell. Vermeide Fachjargon und setze auf gut verständliche Texte. Bei der visuellen Gestaltung zählen Kontraste, um die Lesbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen zu verbessern. Farben sind wichtig, aber erinnere dich, dass nicht jeder Farben gleich wahrnimmt. Mach deine Grafiken und Videos aussagekräftig, auch für Menschen mit Farbsehschwäche.

ARIA-Tags können enorm helfen, indem sie Screenreadern zusätzliche Informationen über Web-Elemente liefern. Doch Technik allein ist nicht alles. Was zählt, ist ein Design, das klug auf die Bedürfnisse aller Nutzer eingeht. Und vergiss nicht das Feedback: Jede Aktion auf der Webseite sollte eine deutliche Rückmeldung geben, damit Nutzer*innen, die nicht alles sehen können, ihre Interaktionen dennoch wahrnehmen können.

Das Wort Inklusion, umgeben von bunten Würfeln auf blauem Hintergrund, sinnbildlich für die digitale Inklusion.

Bedeutung der Web-Barrierefreiheit für Unternehmen

Barrierefreiheit im Web ist mehr als nur eine ethische Verpflichtung; es ist ein kluger Geschäftsschritt. Eine barrierefreie Webseite spricht nicht nur eine breitere Zielgruppe an, sondern erschließt auch den Markt der Menschen mit Behinderungen. Dies kann zu beeindruckender Kundentreue führen. Außerdem kann eine barrierefreie Webseite das SEO-Ranking verbessern, da Suchmaschinen solche Seiten bevorzugen. Das führt zu einer stärkeren Online-Präsenz und mehr Besucherströmen.

Barrierefreiheit ist auch ein wichtiger Aspekt bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, um Klagen und Strafen zu vermeiden. Zudem fördert Zugänglichkeit Innovation, indem Lösungen, die ursprünglich für spezielle Bedürfnisse entwickelt wurden, das Surferlebnis für alle verbessern können.

Gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit ab Mitte 2025

In Zukunft wird eine barrierefreie Website auch gesetzlich erforderlich sein. Am 28.06.2025 wird das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft treten. Dieses Gesetz stellt eine bedeutende Verpflichtung für Unternehmen dar, Barrierefreiheit in verschiedenen Sektoren, einschließlich Onlinehandel und Telekommunikationsdienstleistungen, sicherzustellen. Dies bedeutet konkret, dass Websites und Webshops ab diesem Zeitpunkt zwingend barrierefrei gestaltet sein müssen.

Verstöße gegen das BFSG ziehen Strafen nach sich, was die Notwendigkeit unterstreicht, proaktiv zu handeln. Die gute Nachricht ist, dass noch ausreichend Zeit besteht, deine Website oder deinen Webshop im Einklang mit den neuen rechtlichen Anforderungen barrierefrei umzugestalten.

Mehr Informationen zu den gesetzlichen Anforderungen und Pflichten findest du auf der Website von Aktion Mensch.

Überprüfung der eigenen Website auf Barrierefreiheit

Um die Zugänglichkeit deiner Webseite zu überprüfen, nutze Tools wie das WAVE Web Accessibility Evaluation Tool. Doch verlasse dich nicht ausschließlich auf automatische Tools; echte Nutzertests mit Menschen mit Behinderungen sind unerlässlich. Dokumentiere deine Bemühungen um Barrierefreiheit und bleibe immer auf dem Laufenden über Neuerungen in diesem Bereich. Eine barrierefreie Website ist ein laufendes Projekt, das ständige Aufmerksamkeit erfordert.

 

Symbolbild - Personen inklusive Rollstuhl - sinnbildlich fü digitale Inklusion

 

Checkliste für Barrierefreie Websites

Verstehe die Grundlagen der WCAG

Setze auf klare Struktur und Navigation

  • Verwende hierarchisch korrekte Überschriften (h1 bis h6) für eine klare Struktur.
  • Stelle sicher, dass alle Navigationselemente mit der Tastatur bedienbar sind.

Optimiere Textinhalte

  • Verwende klare und einfache Sprache.
  • Stelle sicher, dass Informationen auch ohne Farben verständlich sind.

Mache Bilder und Multimedia zugänglich

  • Füge allen Bildern und Grafiken aussagekräftige Alt-Texte hinzu.
  • Biete für Audio- und Videomaterial Untertitel oder Transkripte an.

Achte auf ausreichenden Kontrast und lesbare Schrift

  • Verwende Farbkontraste, die die Lesbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen erleichtern.
  • Wähle Schriftgrößen und -arten, die leicht zu lesen sind, und biete Möglichkeiten zur Anpassung der Schriftgröße.

Gestalte interaktive Elemente zugänglich

  • Stelle sicher, dass alle Buttons und Links einen ausreichenden Abstand zueinander haben und auch für Nutzer*innen mit motorischen Einschränkungen nutzbar sind.
  • Überprüfe die Tastaturfreundlichkeit deiner Webseite, insbesondere bei Formularen und Menüs.

Nutze ARIA-Landmarks und -Rollen, wo nötig

  • Verwende ARIA (Accessible Rich Internet Applications) Tags, um zusätzliche Informationen über die Funktion und den Sinn von Web-Elementen für Screenreader bereitzustellen.

Teste deine Website auf Barrierefreiheit

  • Nutze Tools wie das WAVE Web Accessibility Evaluation Tool zur ersten Überprüfung.
  • Führe Nutzertests mit Personen mit unterschiedlichen Behinderungen durch, um direktes Feedback zu erhalten.

Implementiere Feedbackmechanismen

  • Biete einen klaren Mechanismus an, über den NutzerInnen Feedback zur Barrierefreiheit deiner Website geben können.

Bleibe aktuell

  • Halte dich über neue Technologien und Standards in Sachen Barrierefreiheit auf dem Laufenden.
  • Überprüfe und aktualisiere deine Website regelmäßig, um die Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Indem du diese Checkliste befolgst, machst du einen großen Schritt in Richtung einer inklusiveren digitalen Welt und verbesserst gleichzeitig die Benutzererfahrung für alle deine Webseitenbesucher.

Fazit

In unserer vernetzten Welt ist es unerlässlich, dass jeder problemlos auf Online-Informationen und -Dienste zugreifen kann. Indem du eine Website mit barrierefreiem Design erstellst, zeigst du nicht nur gesellschaftliches Engagement, sondern verbesserst auch das Markenimage. Optimiere die Zugänglichkeit, um die User-Experience für alle Nutzergruppen zu verbessern und sicherzustellen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen von einer zugänglichen Webseite profitieren. Barrierefreiheit ist ein entscheidender Schritt hin zu einem inklusiven Miteinander.

Also, ergreife die Initiative und bringe dein Business mit einer fundierten Analyse und Optimierung der Zugänglichkeit voran.

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